
VI. Zusammenfassung
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VI. Zusammenfassung
Der Schlaganfall stellt in den westlichen Industrieländern nach Herz-Kreislauf- und
Tumorerkrankungen die dritthäufigste Todesursache dar und ist die häufigste
erworbene Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. In der Entwicklung
neuer Therapiestrategien zur Behandlung des akuten Schlaganfalls spielen
tierexperimentelle Studien eine Schlüsselrolle und fungieren als Bindeglied zwischen
Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Tiermodelle zur Induktion fokaler
zerebraler Ischämien sollten daher die Erkrankung des Schlaganfallpatienten
möglichst genau abbilden, um eine Übertragbarkeit der gewonnenen Ergebnisse auf
den Menschen zu gewährleisten.
Derzeit gibt es verschiedene endovaskuläre und nicht-endovaskuläre
Schlaganfallmodelle an der Ratte, von denen das so genannte Fadenmodell am
häufigsten verwendet wird. Ein gravierender Nachteil dieser Technik liegt in der
Induktion von Hypothalamusinfarkten die zu einer Störung der Thermoregulation
führen. Dieses Phänomen tritt bei Menschen nicht auf und kann in Tierexperimenten
zu erheblichen Ergebnisverfälschungen führen. Zur Vermeidung dieser Komplikation
wurde das so genannte Makrosphärenmodell entwickelt.
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Evaluation und Weiterentwicklung dieses neuen
Modells, einschließlich der Charakterisierung möglicher Vor- und Nachteile im
Vergleich mit den etablierten Verfahren.
Im ersten Experiment wurde die neuroprotektive Wirkung des NMDA-Antagonisten
Dizocilpin (MK-801) an drei verschiedenen permanenten Ischämiemodellen gegen
Placebo getestet. Bei Verwendung des Fadenmodells traten bei fast allen Tieren
Hypothalamusinfarkte auf, was mit einem signifikanten Anstieg der
Körperkerntemperatur verbunden war. Bei Anwendung des Makrosphärenmodells
blieb diese Komplikation aus. Die Behandlung mit Dizocilpin führte im
Makrosphärenmodell zu einer 60-prozentigen Reduktion der Infarktgröße, während in
dem etablierten Fadenmodell kein signifikanter neuroprotektiver Effekt zu
beobachten war. Um sicherzustellen, dass diese Maskierung des neuroprotektiven
Effekts von Dizocilpin tatsächlich auf die Induktion von Hypothalamusinfarkten und
nicht etwa auf das andersgeartete Operationsverfahren zurückzuführen ist, wurde
das Makrosphärenmodell so modifiziert, dass es -ähnlich wie das Fadenmodell- zu
Verschlüssen der A. hypothalamica führte. In dieser dritten Gruppe erlitten die Tiere
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