
12 II. Literaturübersicht
Depression“ tritt in sehr unterschiedlichen Intervallen in der ipsilateralen Hemisphäre
auf und führt zu einer erhöhten Glukoseumsetzung, also einer metabolischen
Aktivität.
7,66
Ist die Spreading Depression noch durch eine adäquate, begleitende
Durchblutungssteigerung analog zu dem erhöhten Metabolismus gekennzeichnet,
verlaufen Periinfarktdepolarisationen ohne hämodynamische Kompensation.
Aufgrund des erhöhten Sauerstoffbedarfs können Periinfarktdepolarisationen bei
gleich bleibendem Angebot zur Zunahme des Infarktvolumens, d.h. dem Übergang
des Gewebes vom Status der Penumbra zum irreversibel geschädigten
Infarktgewebe, führen, da die minderperfundierten Zellen der Penumbra nicht mehr in
der Lage sind, die für die Depolarisationen notwendige Energie vorzuhalten.
7,66
Die
Wiederherstellung des Ionengleichgewichts kann nicht durch eine Zunahme des
zerebralen Blutflusses gedeckt werden. Daher ist die Grenze der metabolischen
Kompensationsfähigkeit in der Penumbra rasch überschritten. Da die Zunahme der
Sauerstoffausschöpfung unzureichend ist, kann der Gewebeuntergang der
Penumbra nicht verhindert werden.
39,133
Diese Depolarisation konnte mit Hilfe von elektrophysiologischen und
kernspintomographischen Methoden nach Verschluss der A. cerebri media direkt im
Tiermodell nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich eine Korrelation zwischen der
Anzahl der Periinfarktdepolarisationen und der Infarktgröße. Außerdem führt eine
pharmakologische Reduktion der Periinfarktdepolarisation zu einer deutlichen
Neuroprotektion.
67
Mehrere tierexperimentelle Beobachtungen unterstützen die
These, dass die Periinfarktdepolarisation einen wichtigen Mechanismus der
ischämischen Zellschädigung darstellt, allerdings gelang bisher noch kein direkter
Nachweis beim Menschen. Derzeit bleibt deshalb die Bedeutung der Spreading
Depression und Periinfarktdepolarisation für die klinische Situation des Hirninfarktes
noch unklar.
6,66,133
Durch das Versagen der Natrium-Kalium-Pumpe und die Stimulation der
Glutamatrezeptoren kommt es zu einer Depolarisation der Neurone. Dies führt zu
einem Kalziumeinstrom über spannungsabhängige und rezeptorgebundene
Kalziumkanäle. Kalzium kann jedoch aufgrund des Energiemangels nicht hinreichend
aus der Zelle heraustransportiert werden.
146
Außerdem wird zusätzlich Kalzium aus
intrazellulären Speichern freigesetzt. Dadurch lässt sich im Rahmen zerebraler
Ischämien in den Neuronen ein erhöhter intrazellulärer Kalziumgehalt nachweisen.
137
Diese Erhöhung des intrazellulären Kalziums führt zu einer Aktivierung
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